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29.08.2015 - REGIO-FINALE

Nachtasyl, Hamburg



SPH Bandcontest 2015 - Regional-Finale (29.08.2015, Nachtasyl, Hamburg)

Schon zu Beginn, als sich die Bands im Nachtasyl einfanden, schienen alle Anwesenden guter Stimmung und so war es nicht verwunderlich, dass dieser Abend ein wirklich großartiger werden sollte. Ein Abend an dem es nur Gewinner gibt.

Pünktlich um 20:00 Uhr stand mit Ain`t the ones auch schon die erste Band auf der Bühne. 60er und 70er Jahre ließen sich in deren Sound wiedererleben. Ein rundes, bekanntes Songwriting und sehr charmante Ansätze in der Liveperformance ergaben einen anspruchsvollen und sehr stimmungsvollen Auftakt. Erinnerungen an Bands wie „Birth Control“ werden wach und somit auch der Wunsch nach deren Energie, die Ain`t the Ones noch etwas fehlte.

Dieser Abend bewies mit „Jezzy&Jayemsoul“ sofort, ein besonders bunter zu werden. Diese bemerkenswerten jungen Männer bezeichnen sich als ein Rap und Soulduo und treffen damit den Nagel auf dem Kopf. Texte …durchzogen von Herzschmerz und vielerlei Erlebnissen der Jugend wurden mit viel Gefühl dargeboten. Jayemsoul mit seiner sanften Stimme und einer Mimik, die ein Frauenherz zum Schmelzen bringt  versprühte eine wirklich authentische Stimmung in den Saal, der sich kaum jemand entziehen konnte. Sein Partner Jezzy wirkt, wie die dunkle Macht an seiner Seite, macht sich nicht minder gut in seiner Performance. Auch er Verarbeitet scheinbar sehr persönliches und nach einiger Zeit wird deutlich, er ist nicht einfach nur ein Rapper von der Straße. Plötzlich sitzt er an den Tasten und gibt der Gesangsperformance seinen Freundes rege Unterstützung. Selten finden sich so stark sichtbare Emotionen auf der Bühne. Jezzy & Jayemsoul zeigten wahres Talent und boten schon jetzt einen Höhepunkt im Nachtasyl Hamburg. Von diesen Beiden werden wir sicher noch hören.

Mit Black & Lupin schloss sich nun ein erster Kreis. Eine zweite Band mit den Tönen der 60er und 70er Jahre oder auch Psyche Delic Rock, wie es gern genannt wird.

Black & Lupin haben ihr Repertoire und Klangbild deutlich erweitert. Am Ende wurde wahre Begeisterung im Publikum deutlich. Selten begegnet einem eine Band, die am Anfang so unsicher und verwirrt erscheint und am Ende eine Energie versprüht, dass ein jeder mitgehen muss.

Besonders bemerkenswert ist hier der Mann an den Tasten, der wie in der LSD-getrübten Manie der damaligen Zeit (heute völlig drogenfrei) halbnackt auf sein Instrument steigt und das Publikum zu Bergeisterungsstürmen animiert. Das ist wahrer Rock n Roll.  Sollte der Rest der Band nur ein wenig solcher Energien entwickeln, werden Black & Lupin bald nicht mehr zu ignorieren sein. 

Die Band Unnormed aus Harburg verliehen der Bühne erstmals einen Schub von extremer Härte. Mit Kompositionen, die trotz ihrer enormen Energie, griffig und rund für den Hörer daherkamen, brachten diese Jungs das Nachtasyl zum Beben. Schnell bildete sich vor der Bühne ein Mob on Anhängern. Besonders bemerkenswert war der Sänger dieser Band. Energiegeladen und authentisch zeigte er seinen Schmerz und seine Wut, wodurch er tatsächlich den Rest der Band in den Schatten stellte. Mal abgesehen von der gleichermaßen bemerkenswerten Schlagzeugerin, die scheinbar wütend auf die Felle eindrosch als würde sie den Hass dieser Welt durch ihre Trommeln verjagen können.

Weitaus gemäßigter ließen es dann Funkspruch mit einem Deutschrockthema angehen. Gemäßigt trifft hier aber nur auf das Genre zu, denn die Funksprüchler wussten zu begeistern. Nach und nach konnte sich kaum jemand im Saal von dem Unterhaltungswert, der vier Jungen Kerle (die auch noch unverschämt gutausehend daherkommen), entziehen. Themen wie sie jeder kennt in schöne Texte verpackt und immer wieder zum Mitsingen animierend steigerte sich die Stimmung stetig. Mal witzig, mal ironisch, mal lachend und nur selten leidend, zwingt diese Band dem Publikum gute Laune auf. Die Performance war nahezu durchgängig energiegeladen und von Spaß gezeichnet. Diesen Jungs kauft man wirklich ab, dass sie die Bühne lieben. Was man oft nur vereinzelt auf der Bühne sieht, bekommt man hier von der geschlossenen Band. Mit dieser Band haben wir, wie schon zuvor, wirkliches Potential gesehen. Hier und da nochmal mit der Feile und dem Schleifpapier rüber, ein Quentchen Glück und wir haben eine Band, die sich national beweisen kann.  

Revendaria aus Henstedt Ulzburg kamen dann mit einem, für eine so junge Band, enormen Selbsbewusstein auf die Bühne. Powermetal nennen sie es selbst. Erinnern tut diese Band an die Hamburger Matadoren der 90er „Halloween“. Die Reife und Überzeugungskraft ist allerdings noch geschuldet. Hohes technisches Niveau forderte diesen Jungs alles ab und am Ende fehlt Revendaria wohl einfach nur die Erfahrung und Routine, die es braucht um mit einem solchen Vorhaben eine Bühne auszufüllen. Ohne Frage hat diese Band mit einem Altersdurchschnitt von nicht mal 20 Jahren, ein hohes Potential. Und mit ein wenig mehr Reife wird Revendaria ganz sicher ein Name im Norden werden.

Das Schlusslicht bildeten nun Tumbleweed. Schlusslicht aber nur in der Reihenfolge, denn am Ende landeten sie auf Platz zwei hinter den Jungs von Funkspruch. Tumbleweed erfassten das Publikum mit  bekannten Klängen des Alternative Rock der letzten 20 Jahre. Weit gereist und viele Fans im Gepäck, konnten sie sich mit einer sympathischen Show nach vorne boxen. Sie gaben dem Abend einen wundervollen Abschluss und es schien als würde jeder im Saal von guter Laune durchströmt. Eher eine Überraschung am Ende, als der letzte in der Reihe.

Es konnte an diesem Abend nur zwei geben. Verdient hätten es viele!

Hier das Ergebnis im Detail:

Auswertung Jury  Publikum  Durchschnitt
Aint the ones 14,6% 14,2% 14,4%
Jezzy and Jayemsoul 15,1% 11,5% 13,3%
Black and Lupin 12,5% 17,7% 15,1%
Unnormed 13,8% 17,3% 15,6%
Funkspruch 15,5% 16,5% 16,0%
Revendaria 13,0% 6,9% 9,9%
Tumbleweed 15,5% 15,9% 15,7%
Verfasser: Florian Roessler // SPH
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Wertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Acts entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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