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03.12.2011 - VORRUNDE

JuKuZ, Aschaffenburg



SPH Bandcontest 2011 - Review Finale (Stadthalle, Montabaur)

Der Eurovision Song Contest geht nächstes Jahr nach Aserbaidschan, Lena erobert abermals die deutschen Herzen und der SPH Bandcontest 2011 fand am Freitagabend seinen Sieger unter über 72 Bewerbern. Das waren die musikalischen Meilensteine des vergangenen Wochenendes.

Dabei stand das Finale unter keinem guten Stern, es war Freitag der 13. Ob der Aberglaube keine Rolle spielt oder der Veranstalter das Risiko liebt, es konnte uns egal sein, denn der Abend war fantastisch. Das Niveau der Finalbands war in diesem Jahr atemberaubend, sodass selbst bei der renommierten Jury vereinzelt Höchstwertungen vergeben wurden.

 

Dabei war die Jury am Freitagabend hochkarätig besetzt, u.a. waren Lars Rettkowitz (Gitarrist, Songwriter & Produzent für Universal, Sony, MTV uvm.) oder Andreas Scheer (Vorstand der LAG Rock & Pop Rheinland-Pfalz) dabei.

 

Hier die Bands im Detail:

 

Den Anfang des Abends machten WE ARMS. Die bis zu acht Musiker von der Mosel bewiesen in allen Runden ein enormes Talent und standen aufgrund ihrer herausragenden Jurywertungen zu Recht im Finale. Natürlich muss immer eine Band den undankbaren Opener geben, dies ließ sich die Band aber nicht anmerken. Die Show war wie gewohnt innovativ und alles andere als statisch. Man merkte den Nachwuchsmusikern ihre Liebe zur Musik an, gerade durch ihre sehr eigene Interpretation der verschiedenen Genres im Bereich Indie, Pop und Alternative, machten sie sich in diesem Feld unverwechselbar. Leider waren am Freitag einige Patzer im Zusammenspiel drin. Individuell waren alle Musiker auf einem hohen Niveau, besonders stach der Drummer hervor, der nicht nur sehr mitreißende Parts auf den Toms spielte, sondern zugleich die wohl beeindrucktesten Backing-Vocals des Abends lieferte. Durch die nicht gerade beste Leistung ihrer Bandcontest-Zeit, reichte es für WE ARMS für Platz 7 aus über 72 Bewerbern.

 

Als nächstes betraten die vier Jungs von COLDWATEREFFECT die Bühne. Die Koblenzer wurden von mir in meinem letzten Review schon in den höchsten Musikhimmel gelobt. Auch im Finale lieferten die vier Vollblutmusiker eine grandios saubere Show ab, die hier und da noch ein wenig mehr Showpräsenz seitens des Gitarristen und Schlagzeuger hätte vertragen können. Musikalisch kann man ihnen kaum Vorwürfe machen. Sie erfinden das Rad nicht neu, aber der zeitlose Stil lässt das auch kaum zu. Während der Jury-Besprechung wurden immer wieder Vergleiche zu Coldplay gezogen, was bei einigen anderen Jury-Mitgliedern für den Ah-Ha-Effekt sorgte. Die doch sehr junge Band hat ihren eigenen Weg noch nicht zu 100% gefunden, aber für den Zeitpunkt, an dem sich COLDWATEREFFECT momentan befindet, liefern die Koblenzer ein sehr schönes Werk ab. Leider war auch für diese Band nicht viel Publikum in der Halle. Für COLDWATEREFFECT reichte es am Ende des Contests für einen ausgezeichneten vierten Platz.

 

Nach den ersten zwei doch sehr poppigen Bands, kam die wohl härteste Band des Abends. Mit THEIR DECAY fanden alle Vertreter der Mosh/Metalcore ihren Act des Abends. Die Jungs überzeugten mit ihrer nicht ganz radiotauglichen Musik die gesamte Jury. Gerade in den Bereichen Bühnenshow, musikalisches Können und Zusammenspiel brillierte die Band. Leider konnten die Musiker keine neuen Akzente in dem Genre setzen. Das ist auch nicht immer nötig, denn die geschriebenen Riffs wurden von THEIR DECAY in stimmige Songstrukturen verpackt und mit brachialem Gesang versehe. Im Bereich Bühnenshow setzten die Jungs eindeutig ihren Schwerpunkt, was zu reger Publikumsbeteiligung und zur ersten „Wall of Death“ des Abends führte. THEIR DECAY belegten am Ende einen soliden sechsten Platz.

 

Wir näherten uns der gewöhnlichen Konzertzeit, was sich auch in der Besucherzahl niederschlug. Die Halle füllte sich weiter und als nächstes war die Limburger Band KAOCIDE an der Reihe. Die Band rund um Achim Schneckenbühl (ehemals Sänger Bughole) heizte dem Publikum ordentlich ein. Die langandauernden, melodischen Gitarrenriffs, die teilweise stark an August Burns Red erinnerten, gingen direkt ins Ohr. Jedoch muss man sagen, dass das Bühnenbild unter der stark unterschiedlichen Präsenz der einzelnen Mitglieder litt. Am meisten Dampf machte der Sänger, dem man die bisher gesammelte Erfahrung anmerkte. Er war sowohl in Sachen Bewegung, Gesang und Interaktion mit dem Publikum deutlich erfahrener als seine Bandkollegen. Leider reichte es für KAOCIDE im Finale nur für Platz 9.

 

NAKED IN A PENTHOUSE starteten auf Platz 5 der Running Order. Die vier Lahnsteiner machten mit ihrem sehr schön abgestimmten Set auf sich aufmerksam. Der Auftritt war von Anfang bis Ende durchstrukturiert, von herzergreifenden Balladen über poppige Radiosongs, hinzu schnelleren Pop-Punk Songs war alles dabei. Die vier Jungs bedienen mit ihren Songs ein breites Spektrum, welche von den Strukturen recht simpel aufgebaut war. Jedoch gerade diese Leichtigkeit ihrer Musik animierte Großteile des Publikums zum „Mitnicken“. NAKED IN A PENTHOUSE gehörten am Freitagabend zu den jüngsten Bands, was sich im Zusammenspiel bemerkbar machte. Es waren keine gravierenden Fehler vorhanden, aber das komplette Ensemble könnte noch etwas besser aufeinander abgestimmt werden. Die ambitionierte Band schaffte es dank der zweitbesten Publikumswertung auf Platz 3 und freut sich über eine professionelle Platten-Produktion.

 

Nummer 6 im Bunde waren die späteren Publikumssieger FAMOUS FOR A CUTIE. Die vier Neuwieder beeindruckten das Publikum von Anfang an mit ihrem Mix aus Balladen und Pop-Songs. Ähnlich wie Naked In a Penthouse, war auch ihr Set sehr ausgereift. Sogar noch einen Tick atmosphärischer als das ihrer Vorgänger. Die Technik der Musiker war ebenfalls auf einem sehr guten Niveau, besonders stach dabei der Drummer hervor. Egal ob Timing, Kreativität oder Show, man konnte ihm wirklich Spaß an seinem Instrument anmerken, ohne dabei angestrengt zu wirken. Das Können der Einzelmusiker wurde im perfekten Zusammenspiel gekrönt. Gesanglich war der Auftritt im Finale leider schwächer als gewohnt, auch in Sachen Individualität könnte man den einen oder anderen Gedanken weiterführen. Gerade durch die herausragende Publikumswertung haben sich FAMOUS FOR A CUTIE den SIEG des SPH Bandcontests verdient.

 

Der nächste Auftritt war direkt von Anfang an einzigartig. Zunächst betraten eine Kakerlake und ein Dinosaurier die Bühne und heizten dem Publikum ordentlich ein. Danach flogen Knicklichter in allen erdenklichen Farben und Beachballons durch die Menge. Mit dem ersten Akkord flogen dann fünf Siegener durch ein Papierbanner mit der Aufschrift „FDAF“ auf die Bühne. FIVE DAYS AND FAREWELL waren die siebte Band des Abends und machte von Anfang bis Ende Dampf auf der Bühne. Man hatte den Eindruck der Saal war gleich 10° wärmer und jemand drehte die Stimmung auf „Remmi Demmi“. Aber nicht nur die Show war bemerkenswert, die Jungs lieferten mit ihrem Auftritt ein fertiges Produkt ab, was in der Jurywertung regelmäßig mit der Höchstpunktzahl belohnt wurde. FIVE DAYS AND FAREWELL haben ihren Sound gefunden, spielen herausragend zusammen und lieferten eine Bombenshow ab. Die Musiker werden zu Recht mit einer Studioproduktion belohnt und landeten mit 0,2% Abstand auf Platz 2.

 

Nachdem sich die Gemüter ein wenig beruhigt hatten, hofften einige unter uns auf eine kleine Pause, aber mit TIME FOR RONOS ging es gleich mit Dampf weiter. Die fünf Westerwälder trommelten all ihre Fans zusammen und beschlagnahmten die ersten Reihen für sich. Musikalisch fiel ihr Crossover-Hardcore mix sehr aus der Reihe, sie bewiesen aber in allen Runden zuvor, dass sie sich damit durchsetzen können. Frontmann Leon bewies sein Showpotential deutlich, was man leider nicht von allen behaupten kann. Bei einigen wirkte der Auftritt noch ein wenig steif, was man in Zukunft mit einer abgesprochenen Bühnenchoreographie sicher schnell verbessern kann. TIME FOR RONOS nahmen schon im letzten Jahr am SPH Bandcontest teil, dort war leider schnell in der 2. Runde Schluss. Was die Band also in einem Jahr geleistet hat, ist schon enorm. Leider muss man auch sagen, dass der Auftritt im Finale nicht der Beste während ihrer Contest-Zeit war. Am Ende reichte es für die Westerwälder für Platz 5.

 

Nach acht Bands waren sicher einige müde, geschlaucht und gespannt auf das Ergebnis, aber einen hatten wir noch. Die vier Musiker von WEXELSTROM waren heiß auf ihren Auftritt. Man merkte weder dem Publikum, noch den Musikern den langen Abend an. Auf die drittbeste Jurywertung können die Jungs durchaus stolz sein, denn gerade ihre sehr abwechslungsreiche und originelle Musik überzeugte die Jury. Desweiteren war das musikalische Können herausragend, sowohl der Instrumentalisten, wobei der Bassist besonders hervorzuheben ist, als auch des Sängers, der mit dem Wechsel der Atemtechniken zwischen Gesang und Posaune keinerlei Probleme hatte. Das Timing war außerordentlich und man merkte WEXELSTROM zu jedem Zeitpunkt den Spaß auf der Bühne an. Mit ihrer vielseitigen Art und publikumsnahen Show erreichten sie am Ende des Contests Platz 8.

 

Nochmals herzlichen Glückwunsch an alle 72 Bands, die Finalisten und natürlich den Sieger des SPH Bandcontest 2011 FAMOUS FOR A CUTIE!

 

Schließlich bleibt uns nur noch zu sagen, dass wir euch allen von ganzem Herzen danken. Den Bands, den Sponsoren, den Helfern, der Technik, aber ganz besonders euch, dem Publikum. Im Namen des ganzen SPH Teams bedanken wir uns für all die schöne Zeit, die im Freitagabend ihren Höhepunkt gefunden hat.

 

Danke, danke, danke! Wir sehen uns beim SPH Bandcontest 2012!

Die Anmeldephase auf www.sph-bandcontest.de hat bereits begonnen!

 

Fotos dieser Veranstaltung und weiterer SPH-Veranstaltungen auf www.facebook.com/sphbandcontest!

 

Hier die Ergebnisse im Detail:

 

Platzierung

Band

Publikum

Jury

Gesamt

1

Famous For a Cutie

15,97%

10,69%

13,33%

2

Five Days and Farewell

12,98%

13,28%

13,13%

3

Naked in a Penthouse

13,42%

9,39%

11,4%

4

ColdWaterEffect

10,08%

12,23%

11,15%

5

Time For Ronos

12,35%

9,26%

10,81%

6

Their Decay

9,52%

12,04%

10,78%

7

We Arms

8,84%

11,61%

10,23%

8

Wexelstrom

8,32%

12,04%

10,18%

9

Kaocide

8,55%

9,45%

8,99%

Verfasser: Patrick Lehmann // SPH
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Wertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Acts entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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