20.05.2017 - STADTFINALE

Kleiner Klub, Saarbrücken



SPH Bandcontest 2017 - Stadtfinale (20.05.17, Garage, Saarbrücken

Den Abend eröffnete die Folk-Metal-Band DRACONISGENA. Stimmig zu ihrer Musik, trug die ganze Band Outfits die an Kleidung des Mittelalters angelehnt war. Das Intro stellte ein Sample dar, in welchem man einen Mann mit tiefer Stimme hörte der eine Geschichte, ebenfalls angelehnt an Erzählungen des Mittelalters, erzählte. Imposant startete die Band mit einer durchaus exotischen Instrumentierung, die aber für diese Stilistik typisch ist. Neben zwei Dudelsäcken hörte man teilweise auch die Klänge einer Laute. Die Texte der Band waren durchweg auf Deutsch und beinhalteten Geschichten wie sie vor allem im Mittelalter vorkamen. Das Ganze wurde von einer Distortion-Gitarre und einem E-Bass unterstrichen. Die Phrasierung des Sängers war bis auf ein paar kleine Ausnahmen gut und seine markante Stimme die zwischen Sprechgesang und normalen Gesang wechselte, verkörperte sehr gut die Stilistik der Band. Die Rhythmusgruppe bildete ein solides, rhythmisches Fundament, wobei es geringfügig Schwankungen im Timing gab. Jedoch bewiesen DRACONISGENA ein gutes Gefühl für eingängige Melodien, die es oft in den Refrains ihrer Songs zu hören gab. Leider reichte es am Ende nicht für ein Weiterkommen, dennoch sorgten DRACONISGENA für einen gelungenen Anfang eines großartigen Abends.

Weiter ging es mit der Punk’n’Roll-Band GET OFF MY LAWN. Die Band präsentierte feinste Gitarren-Riffs die auf einen rollenden Bass trafen. Verspielte und einprägsame Melodien trafen auf „freche“ Vocals, die stellenweise vom Bassisten der Band gedoppelt wurden. Auch funkige Riffs kamen zum Einsatz, die im weiteren Verlauf der Songs dann in punkige Double-Time-Parts mündeten. Dazu gab es einige Gitarrensoli zu hören, die sich in jedem Song immer unterschieden und somit immer wieder für ein neues Hörerlebnis sorgten. Dazu schmückten geschmackvoll gespielte Gitarrenfills, die Songs von GET OFF MY LAWN. Stellenweise hätte jedoch die Intonation im Gesang und auch die Interaktion des Frontmannes mit der Band und dem Publikum, aufgrund des Drives den jeder Song zu genüge hatte, ein wenig extrovertierter sein können. Des Weiteren stolperte selten auch die Time, wenn auch nur für sekundenbruchteile. Letztendlich zogen GET OFF MY LAWN nicht in das Regionalfinale ein, wir wüschen der Band jedoch alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!

Als Nächstes betraten KILLJOY die Bühne des kleinen Clubs. Hier gab es feinsten Alternative/Progressive-Rock zu hören. Dass KILLJOY „Progressive“ waren, bewiesen sie immer wieder. Ihr ganzes Set war mit außergewöhnlichen und interessanten Arrangements ausgeschmückt. Unvorhersehbar endeten immer wieder neue Formteile ineinander, dazu präsentierte die Band ebenfalls eine eindrucksvolle dynamische Bandbreite. Auch der starke Gesang des Frontmannes trug zur guten Show von KILLJOY einen wesentlichen Teil bei, dessen gesungenen Melodien stellenweise Potenzial für richtige Ohrwürmer boten. Ganz selten geriet der Bass in kleinste Timing-Schwankungen, ebenso der Rest der Rhythm-Section. Auch für KILLJOY endete die SPH-Reise im Stadtfinale. Nichtsdestotrotz ist mit diesen Songs und dem musikalischen Verständnis das die Band in großem Maße besitzt, einiges möglich!

Nun kamen wir mit OAKS zu einer Band, die etwas auf der Bühne präsentierte, was man so nicht so oft auf einem SPH Bandcontest bzw. generell auf einer Bühne sieht: Zwei Schlagzeuger. Die Noise-Rock-Band, die in der Vorrunde noch mit einem Drummer spielte, fuhr dieses Mal mit ihrem zweiten Drummer, alle Geschütze auf. Dies merkte man auch gleich im ersten Song der Band, der gefühlt doppelt so druckvoll aus der FOH herausschoss, wie schon in der Vorrunde. Dies lag mitunter auch an den extrem tighten Instrumentalisten, die in jeder ihrer Kompositionen ihr großes musikalisches Verständnis bewiesen. Neben allerhand krummer Taktarten, dröhnten die heavy Riffs aus den Amps. Der Gesang bot neben, Shout-Parts und verträumten, hypnotischen Gesangspassagen, auch zweistimmigen Gesang, der sich hören lassen konnte. Mit der Wildcard, die die Jury ausspielte, zogen OAKS in das Regionalfinale ein. Glückwunsch!

Mit KORE betrat eine Band die Bühne die sich selbst dem Alternative-Rock verschrieben hat. Dies hörte man auch durchweg in jedem Song der Band. Es fiel auf, dass der Bass nicht nur die Aufgabe des rhythmisch tragenden Instruments im Hintergrund hatte, sondern mit seinen mehrstimmig gespielten Parts auch einen sehr geschmackvollen melodiösen Teil zu den Songs von KORE beitrug. Die Gitarre tat dies ebenfalls sehr gut und immer abgestimmt mit dem Bass, sodass beide Instrumente nie kollidierten. Generell waren beide Instrumente sehr tight sitzend mit dem Schlagzeug zusammen. Die beeindruckende Range des Sängers setzte den Songs von KORE immer wieder das Sahnehäubchen auf. Eine durchweg souveräne Performance bescherte KORE einen verdienten ersten Platz. Willkommen im Regionalfinale!

Als Vorletztes waren nun SHOOTING BUTTERFLIES am Zug. Die Alternative-Rock Band spielte ein sehr abwechslungsreiches Set, die 25 Minuten kamen einem wie gefühlte 10 Minuten vor. Die Stimme des Sängers die mal gefühlvoll und mal nach vorne gehen präsent daherkam, bewies durchweg nahezu perfekte Intonation. Getragen von einem satten Mesa-Boogie Distortion-Gitarrenwand und der rhythmisch punktgenau sitzenden Bass/Drum-Einheit wurden die Songs von SHOOTING BUTTERFLIES zu regelrechten Alternative-Rock Hymnen. Dazu kam eine gute Publikumsinteraktion, die das Saarbrücker Publikum begeisterte. Diese hervorragende musikalische Darbietung brachte Shooting Butterflies den zweiten Platz und gleichzeitig den Einzug in das Regionalfinale. Wir freuen uns auf euch!

Den Abend vollendete die Punk-Rock Band Larry Otter. Bei LARRY OTTER war ganz klar der Fall: „wo Punk-Rock draufstand, war auch Punk-Rock drinnen.“ Kompromisslos zog die Band ihre Show durch und bot zum Teil epische Punk-Rock Sinfonien dar. Das gute Timing in den teilweise schnellen Songs untermalte das Ganze sehr gut. Weitergehend waren die deutschen Texte der Band stilistisch passend und sehr authentisch geschrieben. Auch die Performance auf der Bühne konnte sich sehen lassen, spätestens jetzt tropfte der Schweiß von der Decke des kleinen Clubs. Mit Platz drei ziehen auch LARRY OTTER in das Regionalfinale ein, Gratulation!  

Platzierung

Jury

Publikum

Durchschnitt

Wildcard

1

Kore

16,9%

21,9%

19,4%

 

2

Shooting Butterflies

17,8%

17,4%

17,6%

 

3

Larry Otter

13,6%

18,7%

16,2%

 

4

Oaks

16,7%

10,4%

13,6%

JA

5

Draconisgena

10,5%

15,2%

12,9%

-

6

Killjoy

12,2%

10,7%

11,4%

-

7

Get Off My Lawn

12,2%

5,6%

8,9%

-

 

Verfasser: Marco Stiegler // SPH Bandcontest
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Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Wertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Acts entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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