16.02.2019 - VORRUNDE

MTC, Köln

Flyer VORRUNDE - 16.02.2019



SPH Music Masters 2019 - Vorrunde (16.02.2019, MTC, Köln)

Insgesamt acht Bands treten an diesem Abend im Kölner Club MTC gegeneinander an. Denn hier findet die erste Runde, die Vorrunde, des deutschlandweiten Bandcontests SPH statt. Nur drei von ihnen können es in die nächste Runde, das Stadtfinale, schaffen. Wer das sein wird, entscheiden Publikum und Jury zu jeweils 50 Prozent. SPOILER: bei so vielen guten Bands konnten wir es nicht übers Herz bringen, nur die ersten drei weiterkommen zu lassen!

 

Der Abend wird eröffnet von SOULMATIC, einem Trio das verteilt aus Siegen, dem Westerwald und Köln kommt. Sie machen R&B und zwar den ursprünglichen Rhythm and Blues, der eine rhythmisch stark akzentuierte Form des Blues ist. Also nicht die Verbindung von Popmusik und Soul die man seit den 80er und 90er Jahren so nennt. Sie eröffnen ihr Set mit „Drive You Home“, bei dem man schon ab der ersten Sekunde merkt, dass diese Typen wissen was sie machen. Allesamt sind ausgezeichnet an ihren Instrumenten und strahlen eine Ruhe aus, die man nur mit jahrelanger Erfahrung bekommt. „Can‘t Stop“ und „Flying Away“ sind energiegeladene, tanzbare und abwechslungsreiche Stücke. „Message from the Alien Men“ erinnert an die englische New-Wave-Band The Police. Zu dem Solo ihres letzten Songs „Crazy Sally“ geht Sänger und Gitarrist Werner Hammer ins Publikum und quatscht während er es spielt mit der ersten Reihe, so als würde es ihn gar nicht kümmern, dass er gerade ein anspruchsvolles Solo spielt. Kein Zweifel, die drei haben es drauf. Hut ab!

 

Als zweites ist der Solokünstler STEVIEREAL aus Hürth an der Reihe. Bei ihm treffen ausgefallene Beats auf experimentelle Vocals. Er rappt, singt und performt mit Leidenschaft. In seinem Opener stellt er erstmal klar, wer der „Boss“ ist. Mit fester Stimme und auf Englisch thematisiert er vor allem die eigene Selbstdarstellung und präsentiert von Track zu Track eine andere Seite von sich. Man hat das Gefühl, dass man den Abend seines Lebens erleben wird, wenn man mit ihm um die Häuser zieht. Er ist sympathisch und nimmt sich nicht allzu ernst. Seine Beats sind abwechslungsreich, von Trapsounds bis hin zu Country-Beats ist alles dabei. Bei letzterem hat er sogar ein Gitarrensolo eingebaut, welches er an der Luftgitarre mit performt. Eine absolute Powershow die man sich ansehen sollte!

 

Als drittes ist CRAZY AX aus Bonn an der Reihe. Hinter dem Namen steckt der Solokünstler Axel. Für Shows holt er sich DJ P aka Phillip und Backup Rapper Sascha mit auf die Bühne.  Die drei fallen auf, allein schon durch ihre Kleiderwahl. Die beiden Rapper stehen in Warnwesten auf der Bühne und DJ P im flauschigen Morgenmantel hinter dem Laptop. Sie nutzen die gesamte Bühne aus und bieten eine wahnsinnig unterhaltsame Show. Atmen braucht AX wohl nicht, er rappt mit einem vorbildlichen Flow, in einer rasanten Geschwindigkeit. Riesen Respekt! Auch nicht-HipHop-Fans sind begeistert. Es erinnert an Künstler wie Die Orsons und K.I.Z.. Genauso wie die eben genannten, sind sie mit dem Publikum auf Augenhöhe. Wer daraus jetzt schlussfolgert, dass die Musik nicht ernst zu nehmen ist, der irrt sich gewaltig! Hoch anspruchsvoll und absolut ernst zu nehmen! Da ist es kein Wunder, dass die Jury sich kurzerhand entscheidet eine WILDCRAD, ein extra Ticket für die nächste Runde, für CRAZY AX zu ziehen und ihn, obwohl er auf dem Siegertreppchen nur Platz vier besetzt, mit ins Stadtfinale zu nehmen.

 

DYKENPHASE aus Köln, sind als viertes dran und machen Alternativen Rock auf Deutsch. Musikalisch erinnert das Trio an Bands wie Jet. Durch den Gesang bedienen sie allerdings nicht die seichte Indieschiene, sondern Deutsch-Rock a la Sportfreunde Stiller. Sie sind gut aufeinander eingespielt und sympathisch. Bei ihrem letzten Song nehmen sie sich Zeit mit dem Publikum zu reden und die Jungs kommen so gut an, dass man sich mehr Anekdoten von ihnen wünscht. Sie sind mit dem Publikum auf Augenhöhe und überzeugen mit ihrer zum Tanzen einladenden Musik. Kein Wunder, dass sie da das Publikum und auch die Jury überzeugen, mit den zweit meisten Publikumsvotes landen sie auf dem dritten Platz und sichern sich ihren Platz in der zweiten Runde!

 

Die Bühne wird komplett umgebaut, das Duo GLASSMAN. benutzt, bis auf eine Gitarre, keine Standard Bandinstrumente, sondern Synthies. Sie machen Electronica, was man auch als Synthiepop beschreiben kann. Sie erschaffen Klangwelten und lassen diese gekonnt zusammenbrechen. Sie spielen geradezu mit den Erwartungen des Publikums. Wo zum Beispiel bei einer EDM Nummer der Drop kommen würde, lassen sie den Aufbau einfach in sich zusammenbrechen und kitzeln damit an den Nerven der Zuschauer, und das auf eine frische innovative Art und Weise. Da fallen einem Bands wie The xx, M83 und CHVRCHES ein. Sie nehmen sich nicht zu ernst, haben Spaß an dem was sie machen und damit stecken sie das Publikum an. Dieser facettenreiche, innovative Auftritt macht neugierig auf mehr. Deshalb entscheidet sich die Jury ihre letzte WILDCARD für das Duo auszuspielen und ihnen damit einen weiteren Auftritt im Bandcontest zu sichern.

 

Dass EXDIRECTORY nicht alleine, sondern mit ihren Freunden und Fans gekommen sind, merkt man noch vor dem Beginn ihres Sets. Sie werden von einem Sprechchor, der nach ihnen verlangt angefeuert und auf die Bühne gerufen. Die fünf Jungs aus Köln machen Alternative Rock und starten mit einem Instrumentalintro und „Walls Inside ” ihr Set. Dass sie auch melancholisch können beweisen sie mit ihrem dritten Song, einer Ballade, in der das Keyboard richtig zur Geltung kommt. Sie sind nah am Publikum und interagieren gekonnt mit ihnen. Die Jury ist sich sicher, von diesen Jungs werden wir in Zukunft noch mehr hören. Der Song „The More I Live, The More I Die ” kitzelt das Letzte aus dem Publikum, die ersten Reihen tanzen und jubeln. Da ist es kein Wunder, dass EXDIRECTORY mit den meisten Publikumsstimmen auf den ersten Platz gewählt werden und somit sicher in der nächsten Runde sind.

 

Mit WHEN A RIVER PARCHES geht es hart weiter. Die vier Jungs kommen aus Kaarst und machen waschechten Hardcore. Dabei sind sie super sympathisch und voller Energie! Sie stecken das Publikum an. Sänger Christoph beweist einen langen Atem und bringt zum Ende des Sets noch ein paar harte Shout-Rapps zum Besten, bei denen sich so mancher Shouter etwas von abschauen könnte. Die Nummer erinnert an die US-amerikanische Metalcore-Band Emmure. Das Highlight ist definitiv ihr letzter Song bei dem Drummer Daniel und Sänger Christoph für die letzte Strophe die Plätze tauschen. Respekt! Leider hat es aufgrund der sehr starken Konkurrenz heute nicht gereicht. Dass die Jungs noch einiges von sich hören lassen werden, ist aber definitiv klar!

 

Beim Namen BURN OUT LAUT könnte man erst denken, dass hier jemand einen Buchstaben vertauscht hat. Wenn man dann allerdings erfährt, dass die vier Kölner Therapeutischen Soulrock machen, wird einem die Bedeutung des Namens sofort klar. Die Musikstil-Bezeichnung passt bei ihnen wie die Faust aufs Auge. Die Texte sind auf Deutsch und beschäftigen sich mit Themen, die für viele Menschen noch Tabu sind, wie zum Beispiel dem Burn-Out Syndrom oder Depressionen. Musikalisch sind sie auf einem sehr hohen Niveau. Besonders Gitarrist Tom, welcher blind ist, hinterlässt mit seinem Fingerspitzengefühl, einen deutlichen Eindruck. Vor allem durch den Gesang von Sänger Sean erinnert es an Westernhagen. Sie geben den Leuten Gutes mit auf den Weg und wollen dieses damit in der Welt verbreiten. Mit „Gib mir Kraft“ beenden sie ihr Set und ernten massig Applaus. Absolut Top! Die Message, die Musiker und die Show! Damit könnten sie bereits jetzt auf großen Bühnen stehen und würden das Leben vieler Menschen damit besser machen. Die Jury hat ihren Liebling gefunden. Mit fast voller Jury-Punktzahl und einer guten Publikumswertung, landen sie auf dem zweiten Platz. Damit sind BURN OUT LAUT im Stadtfinale!

Verfasser: Lana Giese // SPH Music Masters

Hier das Ergebnis im Detail:

Act

Jury

Publikum

Durchschnitt

EXDIRECTORY 12,96 % 43,75 % 28,35 %
BURN OUT LAUT 17,61 % 10,76 % 14,19 %
DÿKENPHASE 11,30 % 13,19 % 12,25 %
CRAZY AX 13,95 % 7,99 % 10,97 %
WHEN A RIVER PARCHES 10,63 % 9,72 % 10,18 %
GLASSMAN. 10,96 % 7,99 % 9,47 %
SOULMATIC 12,62 % 4,51 % 8,57 %
STEVIEREAL 9,97 % 2,08 % 6,03 %
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Wertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Acts entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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