16.09.2016 - REGIO-FINALE

Bärenzwinger, Dresden



SPH Bandcontest 2016 - Regional-Finale (16.09.2016, Bärenzwinger, Dresden)

Am 16. September, d.h. mitten im Sommer, fand das Dresdner Regionalfinale des SPH Bandcontests statt. Ort war mal wieder der gute, alte Bärenzwinger, in dem einige der Bands des Abends nach zwei überstandenen Runden (Vorrunde, Stadtfinale) inzwischen schon eine Art Heimvorteil hatten. Um diesen Vor... - oder war's ein Nachteil? - auszugleichen, hatte TANNE M.C., der auch durch den Abend führte, eine absolut unverbrauchte und hochkompetente Jury eingeladen:

- CHRISTOPH MEIßELBACH, Sänger der Bands 7ieben und [pi!],

- RAJKO AUST, DJ, Veranstaltungstechniker, Trompeter und Electronicproduzent (Sir Peanut) und ehemals in den Formationen Madrust und Madrhymaz aktiv,

- RAIK HOFFMANN, Bassist bei The new funkhop allstars, Las Piranhas, Musikalisches Quartett, Judith Reimann, Duhn.

Als Opener gab es gleich zwei Premieren, zum einen die Dresden-Premiere der  aus Gera und Erfurt angereisten Pop-Rocker von DUSTLANE und zum anderen deren erstes Konzert mit neuem Schlagzeuger. An diesem lag es aber definitiv nicht, dass der Funke nicht so richtig überspringen wollte. Die Leute auf der Bühne machten ihren Job allesamt gut, nur fehlte irgendwie Kontur oder ein klares Bild, was oder wie die Band eigentlich sein will. Der Frontman machte zwar einen guten Job, vermochte aber auch nicht das Bindeglied zwischen Band und Publikum zu sein. Die Arrangements blieben hinter den Möglichkeiten der Band zurück. Dieser Eindruck verschärfte sich fast schon krass im letzten Song, der Jury und Publikum auf grandiose Art packen/überraschen/begeisten konnte.

Die zweite Band des Abends, ALISON aus Dresden, erschien nun dem kritischen Betrachter beinahe als konzeptioneller Gegensatz zur ersten Band. Hier war von Anfang an ein eigener Stil zu spüren, der noch vom einheitlichen Bühnenoutfit unterstrichen wurde. Ersteres ist wirklich viel wert, wenn man seine eigene Musik etwas nichtssagend als "alternative Rock" bezeichnet. Die Jury lobte vor allem die Arrangementideen und das Songwriting, bemängelte aber teilweise die Umsetzung. Gutes Riffing, coole Breaks und Rhythmuswechsel hielten das Publikum wach und bei der Stange... eine Aufgabe, die der auch insgesamt nicht überzeugende Sänger, kaum wahrnahm. Das ganz zu Beginn etwas holprige Schlagzeug funktionierte ab dem zweiten Song super und spielte ausgesprochen songdienlich. Es konnte sogar den relativ lethargisch spielenden Bass meist mitziehen oder kaschieren. Um das Lob noch etwas stärker zu machen, muss erwähnt werden, dass es ALISON erst seit 2015 gibt und dass sich die Band gerade umstrukturiert.

Dazu wiederum im Gegensatz – wenn ich jetzt bei diesem Gegensatzding als Überleitungs"trick" bleibe – besteht die nächste Band und damit die erste des Abends, die sich für die Pre-Finals qualifizieren konnte, schon seit Urzeiten. 2002 steht auf der Geburtsurkunde von TOTEMS GINSTER, die Wert darauf legen, dass sie keinen Deutschrock machen, sondern "Rock auf Deutsch". Das war dem Frontman sogar so wichtig, dass er auf Nummer sicher ging und nach dem Linecheck direkt und ohne Absprache mit irgendwem, losspielte. Scheinbar wurden davon nicht nur Publikum, Moderator, Tonmann usw. überrumpelt, sondern auch der Drummer der Band. Warum erzähle ich das? ...weil es sonst einfach nichts zu meckern gab. Überzeugende Show, überzeugende Musiker, überzeugende Songs. Zack. Eine Runde weiter.

Und was macht eigentlich eine Band, die sowohl ihre Vorrunde und ihr Stadtfinale gewonnen hat und dabei immer mit Abstand die meisten Publikumsstimmen ergattern konnte?  Erstens nennt sie ihren Stil nicht mehr Experimental Progrock, sondern "Intermashrockmusic". Und zweitens arbeitet sie weiter hart an sich und schafft es nun endlich mal, auch in den Augen der Jury die beste Band des Abends zu werden... und trotzdem mit Abstand die meisten Publikumssympathien anzuziehen.SKOGAFOSS. Und ich meckere diesmal über gar nichts. Die Band ist authentisch, musikalisch virtuos und immer on point, sympathisch, vielschichtig, hat gute Ideen und die entsprechende Rampensau am Mikrofon... ein eigener Tontechniker, der die Songs in- und auswendig kennt, ist allerdings fast schon Pflicht für die Zukunft.

Die vorletzte Band dieses – das wollen wir nicht vergessen! – Regionalfinales hatte sich im Stadtfinale vor vier Monaten am selben Ort bei exakt gleicher Punktzahl den ersten Platz mit SKOGAFOSS geteilt. Diesmal reichte es für die dreiköpfige Stoner/ Hardrock-Combo aus Aue mit dem treffenden Namen SMOKING PUNCH allerdings nicht zum Weiterkommen. Der Auftritt war trotzdem super und mit allen in früheren Showreviews aufgezählten Stärken.

Und damit komme ich zu etwas Negativem...  denn möglicherweise litt die Stimmung bereits ab diesem Teil der Show an den Vorboten des Auftritts der letzten Band des Abends. Natürlich ist es auch ein bisschen lustig, dass die Band ASYL FOR INSANE heißt. Außerdem handelt es sich dabei um die mit Abstand jüngste Band des Tages. Bitter ist es hingegen, dass die Band ihre beiden bisherigen Runden im Wettbewerb deutlich gewinnen konnte und diesmal - auch Dank ihrer sogenannten Fans - nicht durch ihre Show Erwähnung findet. Das ist auch kein Böswille von mir. Nein, dank der Eskapaden um diesen Auftritt herum, hatte ich schlicht und einfach keine Gelegenheit auch nur eine Minute auf die Bühne zu sehen... schade.  

Platzierung

Jury

Publikum

Durchschnitt

1

Skogafoss

20,0%

30,6%

25,3%

2

Totems Ginster

18,1%

17,8%

18,0%

3

Alison

15,9%

14,8%

15,4%

4

Asyl for insane

15,4%

12,8%

14,1%

5

Smoking Punch

15,9%

12,1%

14,0%

6

Dustlane

14,6%

11,8%

13,2%

Verfasser: Tobias Tanneberger // SPH Bandcontest
Achtung:

Durch Rundungen kann es ggf. zu leichten Abweichungen kommen (z. B. Addition aller Wertungen = 100,1%). Für den Fall, dass eine solche Rundung zwischen zwei Acts entscheiden würde, wird mit den exakten Werten gerechnet.

 

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